In der Kulturgemeinschaft Wadrill, Gehweiler und Reidelbach besteht immer noch ein reges Vereinswesen. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war es aber noch ausgeprägter und vielfältiger. Seitdem haben sich einige, zeitweilig sehr rührige Vereine aufgelöst. Hier wird zunächst in aller Kürze an sie erinnert.
Bouleclub Wadrill


Edelweißverein Wadrill
Er war eine andere Art Musikverein, spielte aber nur mit Mandolinen. Er hatte einen eigenen Wimpel und zog manchmal sogar in andere Dörfer und machte dort Musik. Er bestand bis nach dem 2. Weltkrieg. Beim „Glécksloch“ hatte er sich eine eigene Hütte gebaut („Edelweißhütte“).
Freiwillige Feuerwehr Gehweiler
Frohsinn Gehweiler


Gemütlichkeitsverein Wadrill
Nur unverheiratete Männer ab 16 Jahren konnten Mitglied in dem wohl 1903 gegründeten Verein werden. Er organisierte vor allem den „Hammeltanz“: ein Hammel wurde durch das Dorf geführt, eine „Hammelkönigin“ und ein „Hammelkönig“ wurden ausgetanzt, der Hammel geschlachtet und zubereitet. 1935 wurde der Verein wegen angeblicher Nähe zum Kommunismus verboten.
Die Mitglieder trugen dunkelblaue Vereinsmützen mit weißer Paspelierung und eine Nadel mit dem Namen des Vereins.



Fußballverein Gehweiler
Der Verein wurde nach dem 2. WK gegründet und hatte auch Mitspieler aus Wadrill. Sein „Sportplatz“ war eine Wiese zwischen der heutigen Jakobstraße und der Straße zum Preußenkopf. Er war mindestens bis 1948 aktiv, wie die Urkunde aus Morscholz belegt.


Karnevalsverein Gehweiler
Die Wurzeln der Wadriller Faasend liegen in Gehweiler. Einige engagierte Männer (Koder Jääb, Mathias „Thias“ Kaufmann, Bernhard und Martin Klauck, Klaus Spang) gründeten den Verein nach dem 2. WK in der Gastwirtschaft Treitz („Klòòsen“). In deren Saal fanden auch die Kappensitzungen und Bälle statt. In der Musikgruppe spielten u.a. die Brüder Ernst (Schlagzeug) und August Treitz. Beim Umzug fuhr man mit den Wägen bis nach Wadrill. Die Narrenkappen wurden (von Ludwig Barth) nach Wadrill ausgeliehen, aber nie wieder zurückgebracht.






Krankenpflegeverein
Kriegerverein
Er bestand bis zum 2. Weltkrieg. Das Kriegerdenkmal vor der Kirche erinnerte an die Gefallenen der Weltkriege. Die Mitglieder waren ehemalige Soldaten des Deutsch-französischen Krieges von 1870/71. Mit dem Kriegerdenkmal vor der Kirche erinnerte der Verein an die Gefallenen der Kriege von 1870/71 und 1914/18. Vor Beginn eines Festes wurden die Gastvereine mit sog. „Katzenköpfen“ begrüßt. Das waren mit Papier und Schwarzpulver gefüllte Böller, die auf einem dicken Stein in der unteren Forsthofstraße gezündet wurden.


Das Denkmal war nach dem 1. Weltkrieg errichtet worden. 1971 war es in einem so schlechten baulichen Zustand, dass der Gemeinderat die Renovierungskosten nicht aufbringen wollte und den Abriss beschloss. Die einzelnen Bestandteile wurden zerschlagen und als Schotter für einen Weg auf dem Friedhof verwendet. Der Kirchenvorplatz wurde gepflastert. (Auskunft von Hermann Marmit 2025)
Landfrauenverein Gehweiler
Leider ist über diesen Verein kaum noch etwas bekannt. Mitglieder waren wohl Frauen, die in der Landwirtschaft tätig waren bzw. Bäuerinnen waren. Weil der Verein in Gehweiler zu klein war, wurde viel mit Vereinen in den Nachbardörfern unternommen. Existiert hat er wahrscheinlich bis in die 1960er Jahre.
Mütterverein/Frauengemeinschaft


Er hatte zeitweise über 200 Mitglieder. Zwei Vorfälle zerreißen den Verein: a) Der Ärger wegen 1000 Tassen, die Vorstandsmitglieder gekauft hatten und b) ca. 1984: Der Streit über die Verwendung des Erlöses eines Basars (12.000 DM). Es kommt zur öffentlichen Konfrontation zwischen dem neuen Pastor Spaniol und dem Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde auf der einen Seite und der Vorsitzenden der Frauengemeinschaft (1984).


Peruhilfe
Gegründet wurde der Verein durch Horst Kiehn, den Leiter der Grundschule Wadrill. Kiehn war war einige Jahre als Lehrer an einer Schule in dem südamerikanischen Land und weckte auch in der hiesigen Grundschule das Interesse für die Entwicklungszusammenarbeit.


Radfahrverein



Ringerclub
Einige Jahre gab es in Wadrill einen rührigen Ringerclub. Werner Schmitt, der aus der Ringerhochburg Köllerbach stammte, trainierte die Mannschaften und stand selbst auf der Matte. Die Wettkämpfe der verschiedenen Gewichtsklassen fanden bei beachtlichem Zuschauerinteresse zunächst in der Turnhalle der Grundschule statt. Nach dem Umzug in die größere Stadthalle in Wadern ging die hitzige Atmosphäre verloren, die Zuschauer blieben aus, der Verein löste sich auf.



Rosenkranzverein
2020 hatte der katholische Verein noch ca. 25 Mitglieder, ausschließlich Frauen. Sie verpflichteten sich, täglich ein Gesätz des Rosenkranzes zu beten. Welches, war anfänglich streng vorgeschrieben. Es gab 2020 keinen Vorstand, nur eine Kassiererin (Christel Klein). Der Beitrag betrug 2,50 €/Jahr. Ein Belegbuch soll sich im Pfarrhaus befinden.
Tennisclub Wadrill
Irgendwann im Frühjahr 1979 trafen sich im Wadriller „Dorfkrug“ bei Horst Nickels Hans-Josef Müller, Edgar Neumeyer und Ferdi Seyfried, um über die Gründung eines Tennisvereins zu beraten. Am 21. 5.1979 fand die Gründungsversammlung statt. Auf einem Platz des Privatclubs Rot-Weiß-Wadern wurde mit dem Spielbetrieb begonnen. Ein erste Clubmeisterschaft wurde ausgetragen. Am 21.9.1980 konnte der Spielbetrieb auf der neuen Anlage neben dem Sportplatz aufgenommen werden. Der TCW meldete verschiedene Mannschaften, mehrere Meisterschaften konnten errungen werden. 1990 wird ein größeres Clubhaus errichtet. Im selben Jahr feiert der Club sein 10-jähriges Bestehen.




Wadriller Kegelclub

Der erste Theaterverein
Als 1928 das alte Pfarrhaus zum Pfarrjugendheim mit großem Saal im Obergeschoss umgebaut wurde, nutzten verschiedene Vereine die neue Möglichkeit zum Theaterspielen. Unter Pastor Kenn wurde 1931 als erstes Theaterstück „Das Opfer des Beichtgeheimnisses“ aufgeführt. Auch der Gesangverein Constantia und der Kirchenchor machten öffentliche Aufführungen.






Auch nach dem Krieg waren es in erster Linie kirchliche Vereine, die wieder mit dem Theaterspielen begannen. So der Mütterverein, der Marienverein und der Kirchenchor. Auch weltliche Vereine besserten so ihre Kasse auf. Es kam zu einem regelrechten Theater-Boom. Die Bühne wurde umgebaut, ein eigener Treppenaufgang geschaffen für die Garderobe im Erdgeschoss. Über 70 Theaterstücke sollen bis zu Sperrung des Saales Mitte der 1960er Jahre wegen baulicher Mängel aufgeführt worden sein. Hier eine kleine Auswahl: „Die Toten stehen auf“, „Einer Mutter Leid und Liebe“, „Frau Pilatus“. Auch Mundartstücke wie „Die Körwel“, „Die Kinddäf“ oder „Dö Kragenknopp“ gelangten zur Aufführung.
Über die weiteren Aufführungen berichtet Martin Görgen in der Festschrift von 1987 „Pfarrheim St. Martin Wadrill“ ab S. 16 (s. Kap. Kirche/Pfarrei – Gebäude)
1991 wurde ein neuer Theaterverein gegründet. Initiator und Spielleiter war viele Jahre Manfred Bonertz. Der neue Verein hat sich der Wadriller Mundart verschrieben und seitdem fast in jedem Jahr gut besuchte neue Theaterstücke aufgeführt. (S. Kap. Aktuelle Vereine)

